Die Akzeptanz alternativer Mobilitätsformen ist hoch, lediglich fünf Prozent der Europäer lehnen alternative Antriebe ab. Das zeige eine repräsentative Studie, für die die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag von AutoScout24 insgesamt 8.811 Personen aus sieben europäischen Ländern befragte. Trotz der hohen Zustimmung gebe es aber einen Haken, berichtet das Online Anzeigen-Portal autoscout24: Wer die notwendige, kostenintensive Infrastruktur zum Beispiel für Elektroautos (Ladesäulen) und Brennstoffzellen-Fahrzeuge (Wasserstofftankstellen) bezahlen soll, sehen die Europäer laut der AutoScout24-Studie unterschiedlich. Auch beim Thema City-Maut sind sich die Europäer uneins.

Rund ein Drittel der befragten Europäer (34 Prozent) findet, es sollten Steuergelder aufgewendet werden, um die für die neuen Mobilitätsformen benötigte Infrastruktur zu finanzieren. In Italien und Deutschland ist die Idee, die Kosten etwa für Strom-Ladesäulen und Wasserstofftankstellen auf die Gesellschaft umzulegen, mit einer Zustimmung von 41 und 37 Prozent besonders weit verbreitet. In Belgien und Frankreich etwa können sich dafür nur 26 beziehungsweise 22 Prozent der Menschen begeistern.

„Wer soll das bezahlen? Bei dieser Frage herrscht keine Einigkeit. Europaweit kann sich ein Drittel aller Befragten vorstellen, dass die Kosten für den Infrastrukturausbau von der gesamten Bevölkerung, zum Beispiel über eine Steuer, getragen werden“, sagt Michael Gebhardt, Autoexperte bei AutoScout24. „Aber auch die Idee, die Fahrzeughersteller zur Kasse zu bitten, stößt auf Gegenliebe. Dass diese Rechnung aufgeht, ist allerdings wenig wahrscheinlich.“

Jeder Fünfte will allein die Nutzer zahlen lassen: 22 Prozent fänden es gut, wenn diejenigen für die Kosten des Infrastrukturausbaus aufkommen, die neue Antriebe und Mobilitätskonzepte nutzen. Ebenfalls jeder Fünfte (21 Prozent) der Befragten ist der Auffassung: Die Rechnung müssten jene Unternehmen begleichen, die entsprechende Fahrzeuge beziehungsweise die passende Energieform bereitstellen. Und 19 Prozent sagen, zahlen soll, wer sich den Neuerungen verweigert und stattdessen weiterhin Super oder Diesel tankt.

Das wichtigste Argument für alternative Antriebssysteme sind die Mobilitätskosten: Von alternativen Antrieben versprechen sich 84 Prozent der Interviewten eine kostengünstigere, auch in 25 Jahren noch bezahlbare Mobilität. Eine wichtige Rolle spielt in der Argumentation außerdem der Klimaschutz mit ebenfalls 84 Prozent der Nennungen.

Eine City-Maut hält die Mehrheit der Umfrageteilnehmer für inakzeptabel. 58 Prozent lehnen es ab, eine Gebühr zahlen zu müssen, um mit ihrem Auto in die Stadt fahren zu können. 26 Prozent begrüßten eine City-Maut, wenn das Geld in den öffentlichen Nahverkehr investiert werde, 13 Prozent, weil sie sich eine Verkehrsentlastung der Innenstädte erhoffen. Die Akzeptanz einer City-Maut ist unter Großstadtbewohnern größer als bei Menschen, die in kleineren Orten leben. 48 Prozent der Befragten aus einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern befürworten diese Abgabe. In Orten mit unter 5.000 Einwohnern wären dagegen nur 36 Prozent bereit, eine City-Maut zu zahlen.

Im Rahmen der AutoScout24-Studie wurden 8.811 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren in sieben europäischen Ländern befragt. Durchgeführt wurde die Befragung von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Die Daten wurden im Zeitraum vom 19. September bis 09. Oktober 2014 erhoben. Die Studie kann unter: www.unserautovonmorgen.de kostenlos heruntergeladen werden.