Shell Eco-Marathon Europa: Urban Concept Car. Bild: Shell

Shell Eco-marathon Europe: Urban Concept Car. Bild: Shell

Der Shell Eco-marathon Europe gilt als einer der härtesten Wettbewerbe für Studenten der Ingenieurwissenschaften: Seit 30 Jahren haben sich zehntausende Studenten der Herausforderung gestellt, mit ihren selbst konstruierten Fahrzeugen und einem Liter Kraftstoff oder einer Kilowattstunde Strom so weit wie möglich zu fahren.

Als sich die Initiatoren des Wettbewerbs 1939 zum Wettbewerb trafen gewann R.J. Greenshields – mit einer Strecke von rund 17 Kilometern. Die aktuellen Rekordhalter Rekordhalter, das Team Microjoule aus Frankreich, setzte in der Prototypen-Kategorie im Vorjahr mit 3.314,9 Kilometern pro Liter Benzin eine neue Bestmarke.

In diesem Jahr sind 230 Teams aus 30 Ländern in Europa und Afrika für den Wettkampf vom 21. bis 24. Mai in Rotterdam (Niederlande) qualifiziert, so berichtet Shell in einer Pressemitteilung. Aus Deutschland gehen 16 Teams von Hochschulen und Berufsschulen an den Start.

Am Safety Center der Shell Rheinland Raffinerie testeten jetzt Teams aus Köln, Offenburg (Baden-Württemberg), Trier (Rheinland-Pfalz) und Friedberg (Hessen) ihre Fahrzeuge und stellten ihre Entwicklungsarbeit vor. Im Vorjahr erkämpften sich die deutschen Studenten reihenweise Podiumsplätze (in fünf von zwölf Kategorien) beim weltgrößten Effizienzwettbewerb. Das Team „Schluckspecht“ von der Hochschule Offenburg schaffte knapp 390 Kilometer mit einem Liter Diesel und gewann so in der UrbanConcept-Klasse.

Der europäische Shell Eco-marathon wurde 1985 erstmals im südfranzösischen Le Castellet mit rund 20 Teams ausgetragen. Schweizer siegten damals mit einer Distanz von 680 Kilometern pro Liter Benzin. Viele der damaligen Fahrzeuge waren aus Holzteilen gebaut, Rasenmäher-Motoren sorgten für den Antrieb. Heute kommen aerodynamische Fahrzeugteile bei vielen Teams aus dem 3D-Drucker, Tests im Windtunnel sind Standard in der Fahrzeugkonstruktion der Studenten.

Der Shell Eco-marathon hat sich zu einem der wichtigsten Foren für Ideen zur nachhaltigen Mobilität entwickelt – mit Austragungsorten in Europa, den USA und Asien. Der weltweite Energiebedarf soll sich angesichts der wachsenden Bevölkerung bis 2050 verdoppeln, die Anzahl der Fahrzeuge von heute gut 900 Millionen auf mehr als zwei Milliarden steigen. In Deutschland soll der Pkw-Bestand einer Shell-Studie zufolge im Jahr 2022 mit rund 45,2 Millionen seinen Höhepunkt erreichen und danach nur langsam abnehmen. Trotz Zunahme alternativer Antriebstechniken wie Hybrid und Elektro werde der Verbrennungsmotor die Hauptantriebsart bleiben. Der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen könnten sich bis 2040 halbieren.