Der ADAC ist mit der Fahrradfreundlichkeit deutscher Metropolen unzufrieden. Bild: Joachim Ott

Der ADAC ist mit der Fahrradfreundlichkeit deutscher Metropolen unzufrieden. Bild: Joachim Ott

Der ADAC hat die deutsche Großstädte auf Fahrradfreundlichkeit getestet und kommt zu dem Schluss, dass die deutsche Metropolen nur durchschnittlich sind. Radfahrer fänden hier meist nur befriedigende Rahmenbedingungen vor, zu einer wirklich fahrradfreundlichen Infrastruktur sei es noch ein weiter Weg.

Das Ergebnis des aktuellen ADAC Tests „Radfahren in Städten“, durchgeführt in zwölf deutschen Metropolen, überrascht wahrscheinlich kaum einen Radfahrer. Noch am besten schnitten die auch nur als „durchschnittlich“ bewerteten Städte München und Stuttgart ab.

Insgesamt liegen die Ergebnisse der mit „durchschnittlich“ bewerteten Städte nahe beieinander. Schlusslichter in Sachen Fahrradfreundlichkeit sind Dresden und Dortmund. Größte Kritikpunkte der Tester waren die Unfallhäufigkeit von Radfahrern, zu schmale Radwege, zu wenige bzw. schlecht ausgestattete Abstellplätze sowie mangelnde Serviceangebote wie etwa Fahrrad-Verleihstationen oder Reparaturmöglichkeiten. Die Bewertungen „gut“ und „sehr gut“ wurden im aktuellen Test nicht vergeben, dafür zehn Mal ein „durchschnittlich“ sowie zwei Mal ein „unterdurchschnittlich“.

Die Notwendigkeit zu handeln belegt nach Ansicht des ADAC die Unfallstatistik: 354 Fahrradunfälle endeten 2013 tödlich, knapp zwei Drittel davon innerhalb von geschlossenen Ortschaften. Jedes Jahr verunglücken in Deutschland mehr als 65.000 Radfahrer, 2013 schnellte die Unfallzahl sogar auf 71.420 nach oben.

Um die Zahl der Unfälle mit Radverkehrsbeteiligung senken zu können, sollten die Kommunen zudem in ihren Unfallanalysen neben dem Auto- auch den Radverkehr betrachten. Auf dem Prüfstand der Tester standen unter anderem die Sicherheit und der Komfort der nach einheitlichem Schema ausgewählten Testrouten, das Unfallgeschehen, die Abstellmöglichkeiten und die Anstrengungen der Städte, den Radverkehr zu fördern.

Ausgewählt wurden Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern, die bei der Einbindung des zunehmenden Radverkehrs in ihre dicht besiedelten Zentren vor vergleichbaren Problemen stehen: Dies waren Stuttgart, München, Dresden, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig und Nürnberg.