Na, haben Sie schon Ihr Kabel in die Garage gelegt? Viele Radfahrer, vor allem viele radfahrende Familien haben es mit Freude zur Kenntnis genommen: Die Dynamopflicht für Fahrräder ist abgeschafft worden. Wie, Sie wussten gar nicht, dass es die gibt?

Dann haben Sie entweder keine schlupflichtigen Kinder, oder Sie fahren selbst nicht Rennrad oder Mountain-Bike. Oder Sie verfügen einfach über eine ganz lausige Allgemeinbildung.

Die Dynamopflicht hat Deutschland über 75 Jahre hinweg vor dem Abgleiten in ein technisches Entwicklungsland bewahrt. Fahrräder in Deutschland mussten einen Dynamo aufweisen, fest verbunden mit dem Fahrrad und natürlich auch eine funktionierende Beleuchtung. Diese aufsteckbaren Batterieleuchten, mit denen Sie glaubten Ihre Kinder in morgendlichen Akut-Situationen zu retten – weil gerade mal wieder ein Käbelchen keinen richtigen Kontakt mehr hatte oder das Birnchen kaputt war – waren nichts anderes als illegal.

Und – ich kann das von einer vierköpfigen radfahrenden Familie sagen – diese unheilvolle Dreier-Kette Dynamo – Rücklicht – Frontlicht hatte und hat ständig Ausfälle. Wahrscheinlich wurden etliche reparierende Fahrradhändler mit solchen Reperaturen lange Zeit über Wasser gehalten.

Aber jetzt ist Schluss mit der aus dem Fahrrad-Steinzeitalter stammenden Dynamopflicht: Jetzt können auch andere Lichter verwendet werden. Wenn, ja wenn sie mit einem Akku betrieben werden, der zudem noch einen Kapazizätsanzeige hat und dauerhaft fest mit dem Fahrrad verbunden ist. Ach ja, die Nennspannung von 6 Volt hat man auch gleich vorgeschrieben, wenn schon, denn schon.

Wie? Ihr Fahrrad-Stecklicht ist immer noch illegal. Natürlich ist es das. Oder glauben Sie, deutsche Politiker haben sich über Jahre hinweg mit dem diesem High-Tech-Thema auseinandergesetzt, damit Sie endlich ruhigen Gewissens ihre Billig-Lichter aus Fernost ans Fahrrad klemmen? Mitnichten.

Eine rasche, ganz unprofessionelle Recherche ergab, dass es durchaus schon Akku-Lampen mit Kapzaitätsanzeige zu kaufen gibt, wie diese hier zum Beispiel: Sigma Powerled Evo Pro K-Set Nr16913. Die ist ihre 170 Euro garantiert wert, wir haben in der Familie schließlich schon fast alle Variationen zum Thema Fahrrad-Beleuchtung durch und können das beurteilen. Ein Nabendynamo ist zum Beispiel auch sehr zuverlässig, aber ebenfalls kein Schnäppchen.

Für die bisher mobile Versionen von Akku-Lampen brauchen Sie nun wahrscheinlich noch einmal einen kundigen Fahrradmechaniker, der Ihnen das Ding ans Fahrrad lötet. Denn das Licht muss ja fest verbunden sein. Dass die logische Folge davon nun ist, dass man sein Fahrrad statt des Lichts in die Wohnung schleppt und dort anschließt (oder man legt ein Kabel in die Garage), scheint den Politikern entgangen. Ist aber auch kein Wunder: Wann sieht man schon radfahrende Politiker? Höchstens im Wahlkampf.