Cargounternehmen für die letzte Meile

Die Briten sprechen natürlich von „the last mile”. Gemeint ist damit eben das letzte Stücke des Transports von Waren zum Zielort. Auf dieser letzten Meile wird einem – pardon – die ganze Ökobilanz des Transports versaut: Stiunkende Dieselfahrzeuge im Großstadtverkehr, oft im Stau stehend, beim Parken und Ausliefern immer jemandem im Weg.

Das Unternehmen GnewtCargo hat sich darauf spezialisiert, diese letzte Meile umweltfreundlich zurückzulegen und macht das vorzugsweise mit Elektro-Transportfahrrädern. Das ist nun gerade im Winter keine verlockende Aussicht, da wünscht man auch dem Paketboten ein warmes, regensicheres Gehäuse. Aber Hochkonjunktur hat diese Art der Öko-Zustellung nun gerade in London, das nicht gerade als Schönwetter-Paradies bekannt ist.

GnewtCargo spricht selbstbewusst von einer zero-emission fleet. Und auf der Seite mit dem Carbon Calculator kann jeder nachrechnen, um wieviel umweltfreundlicher und CO2-ärmer die schnuckelig aussehenden Elektro-Rikschas sind. „Fueled by coffee” steht da schon mal auf der Werbefläche.

Die Website good.is hat in diesem Artikel gleich ein paar Anbieter solcher Services in Europa aufgezählt, kein Wunder, dass die umweltbewussten Autoren aus Amerika einigermaßen neidisch auf good old europe schauen. Als Pioniere wird dort übrigens neben den Briten auch das holländische Unternehmen Cargohopper in Utrecht aufgeführt. Dort setzt man freilich weniger auf die smarten Elektro-Dreiräder der Briten als vielmehr auf kleine Elektrozüge mit mehreren Anhängern, was zumindest der Kleinräumigkeit vieler europäischer Großstädte sicher nicht so gut gerecht wird.

Auf der Website lilligreen.de wird als weiteres Unternehmen in diesem Kreis die Pariser Firma La Petite Reine genannt. Dort wird auch aus Studie der Uni Westminster von 2010 zitiert, wonach die Co2-Belastung pro Paket durch den elektrischen Transport um 62 prozent reduziert werde, bei einer durchschnittlichen Streckenreduzierung durch diese Transportart von 54 Prozent. La Petite Reine (ist wohl ein französischer Spitzname fürs Fahrrad) ist in fünf französischen und einer schweizer Stadt tätig.