Mehr Vielfalt für umweltfreundliche Mobilität

Dieses Blog „grüner fahren” entstand, als die sogenannte Abwrackprämie den deutschen Automarkt ankurbeln sollte und neue, modernere und umweltfreundlichere Autos die älteren Modelle von der Straße holen sollten. Wie wir alle wissen, ist das recht gut geglückt. Und auch die Unkenrufe, die deutsche Autoindustrie werde sich lange nicht von der Flaute erholen, die auf den subventionierten Kaufrausch folgen sollte, haben sich ja erledigt.

Im Fokus stehen seitdem günstige und umweltfreundliche Autos, meistens geht es hier – wie in einigen anderen Blogs – um Neuvorstellungen und / oder technische Neuerungen. Zu einem umweltfreundlichen Verkehrsverhalten gehören aber auch andere Themen und Fortbewegungsmittel, die ich ab sofort auch hier mehr in den Blickpunkt rücken möchte.

Nach meiner Vorstellung wird die Zukunft unserer Mobilität nicht geprägt von einem Typus wie dem Hybrid- oder Elektroauto. Durchsetzen wird sich meiner Ansicht nach vielmehr ein komplexeres Verkehrsverhalten. Ein Auto muss man nicht mehr selbst besitzen, damit bekommt man auch den Kopf frei, um andere Verkehrsmittel so zu nutzen, wie es den meisten Sinn macht. Zumindest in den Städten ist die Wahlfreiheit schon heute enorm. Auf dem flachen Land müssen Verkehrsmodelle abseits des traditionellen Pkw erst noch entwickelt werden.

Meine Favoriten für die Zukunft bekommen deswegen hier künftig jeweils eine eigene Kategorie, zusätzlich zu den bisherigen Schwerpunkten:

1. Umsteigen aufs Rad – die Sofortlösung

So banal es klingt, das Fahrrad ist in meinen Augen nicht nur das umweltfreundlichste und effektivste Verkehrsmittel, sondern auch dasjenige, dem ich die meisten Zuwachsraten und Folgewirkungen zutraue. Über Elektro-Autos wird noch lange diskutiert werden, technische Neuerungen bei Verbrennungsmotoren werden zwar angekündigt und vorgestellt. Aber Einsparungen werden oftmals rasch wieder durch Gewichtszunahme oder andere Faktoren ausgeglichen.

Die Kollegen in den Motor-Redaktionen, die noch Fahrzeuge selbst testen, berichten auch immer öfter, dass viele Verbrauchszahlen schöngerechnet sind und sich im Alltag kaum erreichen lassen. Das Fahrrad hat nicht nur in China das Zeug zum Massenverkehrsmittel. Gerade in Städten, in denen Hybridmodelle ihre Stärken ausspielen und Carsharing-Modelle wachsen, ist das ein wichtiges Element zu einer besseren Mobilität.

2. Clever kombiniert: Bahn & Co.

Zugegeben, das Öffentliche Verkehrsmittel, also Bahn & Co. lässt sich schwer in allgemeiner Form darstellen. Zu unterschiedlich sind die Konzepte: Überregional spielt derzeit nur die Bahn eine Rolle, in den Ballungszentren gibt es clevere Verbundlösungen, die man teilweise schon gut mit anderen Verkehrsmitteln kombinieren kann. In der Provinz werden gute und bezahlbare Lösungen schon seltener. Aber wo es beispielhafte, gute Lösungen gibt, da will ich das aufgreifen.

3. Netzwerke & Modelle: für jeden Zweck die richtige Mobilität

Wir brauchen in der intelligente neue Verkehrsmodelle. Car2go zum Beispiel hat vor einiger Zeit auf sich aufmerksam gemacht und ist nicht nur auf großes Interesse und Akzeptanz gestoßen. Auch Auto-Verleihsysteme abseits der Mitfahrgelegenheit und das klassischen Carsharing sprießen zwar noch zögerlich, aber unaufhaltsam. Bei den großen Projekten ist das Interesse der Autohersteller sichtbar, die einen Fuß in der Tür haben wollen, wenn in künftigen Generationen der Besitz eines eigenen Autos nicht mehr im Vordergrund steht. Bei anderen, wie den Plattformen für den privaten Autotausch, scheint mir eher die Freude am Ausprobieren neuer Netzwerktechniken im Vordergrund zu stehen.

Das alles unter einen Hut zu bekommen und systemübergreifend nutzen zu können, scheint mir eine der interessantesten Herausforderungen der Zukunft. Dass ich ein Auto übers Smartphone finden, reservieren und bezahlen kann – das sollte heute Alltag sein, ist es aber nur in einigen Modellregionen. Aber dass ich von A nach B komme, ohne stundenlang am Computer zu planen oder Unsummen zu zahlen oder irgendwann festsitze, das wird wohl noch ein Weilchen länger dauern und neue, weitreichendere Modelle erfordern.

Diese drei Bereiche werden sich nicht nur an der Alltagstauglichkeit in den großen Städten messen lassen müssen: Ich lebe schließlich auch in der Provinz, wo die „kritische Masse” für wirtschaftliche Lösungen eher schwer erreicht wird.

Alles in allem also soll es hier auf gruener-fahren.de künftig etwas bunter werden.