Audi e-gas-Fahrzeuge

Audi e-gas-Fahrzeuge

Gegenüber Pressemeldungen von Automobilunternehmen bewahre ich mir immer eine gewisse Skepsis: Da ist viel von guten Absichten und Forschungsvorhaben die Rede. Die Krone sind dann immer Studien, die den guten Willen der Autobauer beweisen sollen und unheimlich schick aussehen – aber eben nur Einzelstücke, manchmal sogar nur sogenannte Designstudien.

Nicht anders haben viele Unternehmen erst auf den Trend zu Hybrid- und Elektroautos im vergangenen Jahr und jetzt auf die grüne Wende in Politik und Wirtschft reagiert. Deswegen habe ich mich auch dem Konzept von Audi mit dem Namen „Audi balanced mobility” eher skeptisch genähert. Und ich muss zugeben, dass es auch ein bißchen dauert (zumindest bei mir), bis man den Inhalt diverser Pressemitteilungen, Schaubilder und eines Videos durchdringt.

Was dann dabei herauskommt, das klingt wirklich gut, durchdacht und sogar glaubwürdig.

Am 12. und 13. Mai stellte Audi in Hamburg das e-gas project vor und zeigt damit, dass man es ernst meint.

Das Vorhaben ist etwas komplex und nicht ganz einfach darzustellen. Lässt man das ganze Werbegedöns weg, dann bleibt die Aussage Audi-Chef Rupert Stadler, CO2-neutrale Mobilität sei das Ziel. Der Weg dahin führt unter anderem über Offshore-Windanlagen in der Nordsdee: Mit dem dort erzeugten Ökostrom (und das „Öko” ist ja ganz wichtig, wenn Elektroautos ökologisch einen Sinn machen lassen) wird per Elektrolyse Wasserstoff hergestellt.

Wer jetzt müde abwinkt und die Wasserstofftechnologie noch nicht für das allein selig machende Öko-Projekt hält, der winkt zu früh. In einem weitere Schritt kann dabei nämlich aich Methan hergestellt werden, das bei Audi e-gas genannt wird. es ist chemisch mit Erdgas identisch, weshalb die dazu gehörenden Audimodelle auch das CNG im Namen tragen. Audi werde, so die Ankündigung, ab 2013 Modelle mit der Bezeichnung TCNG in Serie bringen, deren vom TSFI abgleitete Motoren mit e-gas betrieben werden.

Und schließlich könnte man mit dem Strom der Windkraftanlagen auch direkt die Elektromodelle des Konzerns betreiben. Im Gasnetz ist die Energie der Windkraft ja sozusagen gespeichert und kann zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder in Elektrizität umgewandelt werden. Die Koppelung von Strom- und Gasnetz soll nach Audi-Darstellung einen 100prozentigen Umstieg auf erneuerbare Energien ermöglichen, heißt es weiter in einem Video. Eine Projekt-Anlage gibt es wohl schon seit 2011.

Damit setzt auf Elektrofahrzeuge in der Kurzstreckenmobilität und für die Langstrecken könnten die TCNG- Audis eingesetzt werden – ein Konzept, das nach Audis Darstellung auch der Umweltwissenschaftler und Ko-Präsident des Internationalen Ressourcen Panel Ernst Ulrich von Weizsäcker begrüßt.

Vom Ökostrom aus Windkraft zu Gas und Strom

Vom Ökostrom aus Windkraft zu Gas und Strom