Wohnmobilreisen im Vergleich

Wohnmobilreisen im Vergleich

So mancher, der brav unter der Woche zur Arbeit radelt oder aus Umweltgründen den ÖPNV benutzt, wird an seinen Freien Tagen zum vermeintlichen Umweltfrevler: Von Ostern bis in den späten Herbst ziehen Wohnmobilisten mit ihren Lkw-ähnlichen Gefährten durch die Lande, viele sind auch im Winter unterwegs. Manche haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie mit ihren Dickschiffen auf der Autobahn die Tachonadel über 100 treiben. Aber es sind ja Ferienreisen im weitesten Sinne. Da gelten doch Ausnahmen – oder etwas nicht?

Dass man als Wohnmobilist nicht unbedingt ein schlechtes Gewissen zu haben braucht, das hat jetzt eine Untersuchung des Öko-Instituts Darmstadt ergeben, die auf der Website des Caravaning Industrie Verbands (CIVD) vorgestellt wird: Umweltauswirkungen von Motorcaravanreisen.

Die 2008 im Auftrag des CIVD durchgeführte Untersuchung des Öko-Institut heißt konkret „Vergleichende Stoffstromanalyse Motorcaravanreise“. Der CIVD erklärt:

„Die Fachleute des Öko Instituts bilanzieren in dieser Arbeit die Umweltauswirkungen von Reisemobilreisen für verschiedene Reisen (Kurzreisen, Jahresurlaub mit längeren Wegstrecken usw.) sowie im Vergleich mit anderen Reiseformen. Wichtigste untersuchte Umweltgröße ist die Emission von klimarelevanten Treibhausgasen, aber auch klassische Luftschadstoffemissionen wie z. B. Stickoxide und Vorläuferverbindungen für bodennahes Ozon werden bilanziert.”

Die genauen Ergebnisse kann man auf der Website nachlesen, ein paar der Ergebnisse sein hier vorgestellt:

Alleine schon die Übernachtung eines mit 2 Personen besetzten Wohnmobils (Stellplatzübernachtung) verursacht in Europa je Person Emissionen von rund einem Kilogramm Treibhausgasen, auf einem Campingplatz sind fünf Kilogramm CO2-Äquivalente. Bei einem Hotelaufenthalts im Sommer jedoch würden im europäischen Durchschnitt mehr als 12 Kilogramm CO2-Äquivalenteemittiert.

Auch auf der Straße schneidet das Wohnmobil nicht so schlecht ab: Bei der Besetzung mit zwei Personen sind 149 Gramm CO2-Äquivalent je Personenkilometer, bei vier Personen 74 Gramm. Die Reise mit der Bahn verursacht nach CIVD-Darstellung 80 Gramm, der Inlandsflug 201 Gramm und die Flugreise innerhalb Europas 283 Gramm CO2-Äquivalent je Personenkilometer.

Und am Beispiel einer 14tägigen Urlaubsreise nach Südfrankreich mit vier Personen schneidet die Reise mit dem Wohnmobil bei Bilanzierung aller Aufwendungen gar mit am günstigsten ab.

In seinem positiven Fazit betont der Verband zudem, dass „mit dem Wohnmobil stärker nähere Reiseziele in Deutschland und im benachbarten europäischen Ländern angesteuert werden – mit entsprechend geringeren Emissionen im Vergleich zum Durchschnitt anderer Reiseformen.”