Zuerst klang alles ganz hoffnungsvoll: E10, so hieß es, sei „Biosprit”, weil aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Und er werde besser und billiger sein, als das herkömmliche Super-Benzin.

Nun ja, zum Jahreswechsel zeichnet sich schon ab, dass der Start des neuen Gemischs zum einen eher skeptisch beurteilt wird und zum anderen vorerst mal gar nicht sattfindet: Da haben sich wohl einige in der Kette bis zum Tankstellenpächter nicht gut vorbereitet.

Auch sonst droht Ungemach: Der sogenannte Biosprit wird vielleicht gar nicht von allen Fahrzeugen verkraftet, zumindest nicht problemlos. Von möglichen Totalschäden ist jetzt sogar die Rede, und der ADAC listet auf, welche Fahrzeuge betroffen sein könnten.

Und schließlich (Nachtigall,…) könnte auch das mit dem Preisvorteil dahinschmelzen wie Schnee an der Sonne: Noch redet man zwar von einem „künstlichen Preisvorteil“ von etwa drei Cent, damit die Autofahrer den neuen Sprit überhaupt kaufen. Aber schon rechnet man in der Mineralölindustrie und bei den Tankstellenbesitzern den Aufwand für die neue Kraftstoffsorte vor.

Aber vielleicht erübrigt sich das alles ja auch und das Superbenzin ist bis zum Erscheinen des E10 um so viel gestiegen, dass dass selbst ein teureres E10 locker noch um drei Cent billiger ist. Wie merken Nachrichtensprecher bei Preiserhöhungen in letzter Zeit so gerne an: ”Wirtschaftliche Gründe sind nach Ansicht der Experten nicht ausschlaggebend für diese Erhöhung.”