car2gether der Daimler AG

car2gether der Daimler AG

Um es gleich vorneweg zu sagen: Wie bei den meisten wegweisenden, gut gemachten Piotprojekten brauchte man auch bei diesem erst einmal jemanden mit Geld und Technik im Rücken: Die Daimler AG startet in Ulm jetzt das Pilotprojekt „Mitfahren 2.0“ mit car2gether.

Versprochen werden flexible, komfortable und günstige Mitfahrgelegenheiten. Die Technik solls richten: Fahrer oder Mitfahrer kann man jetzt auch mobil via Smartphone oder PC finden. Unter anderem gibts dazu eine App für iPhone und iPad, was ja schon mal relativ leichte und benutzerfreundliche Handhabung in Aussicht stellt. Außerdem gibts einen „Live-Ticker“ auf der Webseite.

car2go hatte ich hier ja schon einmal vorgestellt: Eine smarte Lösung für die Idee Car-Sharing, ebenfalls in Ulm angesiedelt.

car2gether zielt in die gleiche Richtung und soll helfen, ohne eigenes Auto flexibel und unabhängig mobil zu sein:

car2gether ist eine webbasierte Mitfahr-Community, die eingehende Mitfahrangebote und –gesuche vermitteln kann. Dabei greift das System auf die zunehmende Nutzung und Akzeptanz sowie die vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten des mobilen Internets zurück. Mitfahrgelegenheiten können über Smartphones von unterwegs oder vom heimischen Rechner aus vermittelt werden – und das nahezu in Echtzeit.

car2gether

car2gether

In seiner Pressemitteilung lobt sich Daimler als „das erste Automobilunternehmen, das diese Form der Mobilität in einem Pilotversuch testet und damit eine intelligente und zeitgemäße Nutzung einer Mitfahrvermittlung speziell in Ballungsgebieten erprobt.“ Und da lobt sich Daimler zu recht: Andere Automobilunternehmen haben wohl noch nicht den Wert solcher Projekte erkannt.

Los gehen solls offiziell am 18. September mit der öffentlichen Pilotphase, in der die Daimler AG gemeinsam mit ihrem Partner Scientific Computers GmbH das Konzept car2gether unter realen Alltagsbedingungen erproben wird. Jeder interessierte Ulmer Bürger kann die Mitfahrvermittlung ausprobieren. Zu Beginn des Wintersemesters wird car2gether zusätzlich Studenten der Hochschulen Ulm und Neu-Ulm sowie der Universität Ulm vorgestellt. Die Pilotphase dient dazu, gezielt einzelne Funktionen des Systems sowie die Akzeptanz und das Nutzungsverhalten der Teilnehmer zu testen. In enger Zusammenarbeit mit den Nutzern werden Erfahrungswerte für das System gesammelt. Die Erkenntnisse daraus fließen in die Weiterentwicklung und Optimierung von car2gether ein. Im 4. Quartal 2010 wird Daimler das Pilotprojekt von car2gether auf eine weitere Stadt in Deutschland ausweiten.

car2gether der Daimler AG

car2gether der Daimler AG

Die Details:
Um mitzumachen muss man sich kostenfrei registrieren. Danach kann der Benutzer per Rechner oder Smartphone seine gewünschte Startzeit sowie sein Fahrtziel eingeben. car2gether bringt die Fahrtangebote und Mitfahrwünsche zusammen und übermittelt die passenden Fahrer oder Mitfahrer an den Benutzer. Dieser kann mit dem Mobiltelefon oder am PC die Fahrt oder Mitfahrt bestätigen. Sobald die Fahrt einvernehmlich vereinbart wurde, werden die Fahrtdetails beiden Teilnehmern angezeigt. Zusätzlich können sich die Benutzer per SMS oder e-Mail benachrichtigen lassen.

Mitfahrangebote und –gesuche erscheinen auch in Form eines „Live-Tickers“ auf dem Webportal von car2gether. In diesem Ticker, der sich an dem Microblogging-Dienst Twitter orientiert, sind alle Angebote und Gesuche in Kurzform aufgeführt und werden alle 15 Sekunden automatisch aktualisiert.

Die Kosten:
Der Fahrtkostenanteil wird nach kalkulierter Fahrtzeit errechnet – und das im Minutentakt. Der empfohlene Preis, den die Mitfahrer an den Fahrer entrichten sollten, beträgt 9,5 Cent pro Minute. Während der Pilotphase wird die Bezahlung von Mitfahrer an Fahrer noch per Bargeld erfolgen – für die Zukunft ist ein automatisierter, bargeldloser Bezahlungsvorgang geplant.