100226_adacDer ADAC hat jetzt durch eine Untersuchung bestätigt, was die meisten Autofahrer eh schon wissen: Die Preise an den Tankstellen haben weniger mit der aktuellen Preisentwicklung auf dem Ölmarkt zu tun, als mit dem Verhalten der Autofahrer.

Wenn eine Urlaubs-Reisewelle ansteht, werden die Preise erhöht. Und wenn Papa oder Mama vor dem oder am Wochenende nochmal vollotanken für den Familienausflug, dann müssen sie auch mehr bezahlen. Bestätigt hat das der ADAC jetzt in seiner aktuellen Pressemitteilung „Freitags wird Kasse gemacht“.

Demnach zahlt man montags im Vergleich zu anderen Wochentagen einen besonders niedrigen Preis. Freitagstanker werden dagegen mit wesentlich höheren Preisen von den Mineralölkonzernen abkassiert. Ein Liter Superbenzin kostete der ADAC-Untersuchung zufolge an Montagen (im Jahr 2009) im Schnitt 1,250 Euro. Freitags lag der Benzinpreis dagegen bei 1,285 Euro je Liter und damit 3,5 Cent über dem Montagswert. Exakt dieselbe Differenz hat der Club auch für Diesel ermittelt. Für einen Liter mussten die Autofahrer montags im Schnitt 1,055 Eure je Liter bezahlen. Bis zum Freitag hatten sich die Preise dann um 3,5 Cent auf 1,090 Euro je Liter hochgeschaukelt. Den größten Preisanstieg registriert der ADAC von Montag auf Dienstag. Jeweils nach bundesweiten Preisrunden verteuerte sich Benzin im Schnitt um 2,6 Cent, Diesel um 2,5 Cent.

Nach meiner Erfahrung sind das noch vergleichsweise geringe Preisdifferenzen: Wenn der Ölmarkt in Bewegung ist und Ferienzeiten die Preise beeinflussen habe ich auch schon wesentlich größere Unterschiede beobachtet.

Die Preisspanne zwischen dem günstigsten und dem teuersten Wochentag hat sich gegenüber den Vorjahren dem ADAC-Bericht zufolge weiter vergrößert. Während die Differenz 2006 und 2007 noch rund zwei Cent betrug, lag sie 2008 bereits bei 3,2 (Benzin) beziehungsweise 3,1 Cent (Diesel), 2009 schließlich bei 3,5 Cent. Der ADAC führt diese lebhafte Marktentwicklung im Wochenverlauf nicht zuletzt auf das Gewinnstreben der Mineralölkonzerne zurück. Diese nutzten das an Freitagen häufig starke Verkehrsaufkommen und die deshalb hohe Kraftstoffnachfrage für meist kräftige Preisaufschläge an den Tankstellen.

Der ADAC rät den Autofahrern, die Preisentwicklung an den Zapfsäulen mitzuverfolgen und nach Möglichkeit nur dann zu tanken, wenn die Gelegenheit günstig ist. Das Sparpotenzial ist beachtlich: Bei einer Jahresfahrleistung von 15 000 Kilometer und einem Durchschnittsverbrauch von 8 Litern hätte ein Autofahrer im Vorjahr 42 Euro sparen können, wenn er statt am Freitag ausschließlich montags getankt hätte. Weitere Informationen zum Kraftstoffmarkt findet man unter www.adac.de/tanken.