Verbraucher wollen umweltfreundliche und preiswerte Autos, so ein Tenor anlässlich der Eröffnung der IAA. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage passen auch zu dem, was die Auto-Hersteller zur Zeit in Frankfurt vermitteln wollen. Die Mehrheit der Verbraucher sei unzufrieden mit der Modellpolitik der Autoindustrie, und das muss sich wohl auch schon herumgesprochen haben.

Die Aussagen basieren auf einer repräsentative Umfrage des Prognos-Instituts zum Klimaschutz, die von den Verbraucherzentralen und dem Verkehrsclub Deutschland auf der IAA vorgestellt wurde. Für immerhin 70 Prozent (von mehr als 3000 Befragten) hat die Autoindustrie bislang noch zu wenig für sparsame und klimaverträgliche Fahrzeuge getan. Und die bislang erhältlichen Sparautos werden oft noch noch als zu teuer empfunden.

Mir persönlich erscheint diese Aussage durchaus als glaubhaft: Die Verbraucher wollen das wirklich. Die Frage bleibt, ob sie das dann auch kaufen. Ähnliche Umfragen hat es ja schon zu vielen Gut-Mensch-Themen gegeben, wie beispielsweise zum Thema Bio-Lebensmittel. Da wollten meines Wissens nach schon vor Jahren fast alle ein wesentlich größeres Angebot an Bioware.

Andere Erhebungen haben dann aber gezeigt, dass das zwar gewünscht, aber nicht gekauft wird. Und wenn man sich ansieht, dass Autos wohl noch immer zuallererst über Emotionen verkauft werden, dann fragt man sich, ob kleine und leichte Energiespar-Autos wirklich so gute Chancen hätten. Für den 3-Liter-Lupo zum Beispiel standen sie ja wohl eher schlecht. Wünschen tun sich viele, dass die gleichen schicken und flotten und großen Modelle von heute einfach weniger Sprit brauchten – was aber physikalisch recht schwierig wird.

Vielleicht fehlt der Automobil-Branche eine Art grüner Steve Jobs, der den Menschen ein smartes i-car nach dem Motto des i-pod verkauft: Ein Designprodukt, ökologisch reduziert aufs Wesentliche mit Spassfaktor. Das muss dann auch nicht unbedingt billiger sein als die Konkurrenz, wie wir bei verschiedenen Apple-Produkten schon gelernt haben.