Mit dem Thema Abwrackprämie beschäftigen sich wohl vorwiegend diejenigen, deren Budget normalerweise nicht für einen Neuwagen vorgesehen ist. 10.000 Euro scheint eine magische Schwelle für diese Kunden zu sein, das haben auch die Medien und die Autohäuser erkannt. Entgegen dem üblichen Gebaren, möglichst üppig ausgestattete Neufahrzeuge zu verkaufen, wird in der Werbung jetzt auf die Basisversionen abgehoben – und möglichst auch gleich die Abwrackprämie vom Neupreis abgezogen.

Doch: Was bleibt dann noch übrig? Lohnt es sich die kleinsten Autos in der nackten Version zu kaufen? Oder kann man damit nur einen Single-Haushalt beglücken?

Bei einer Person im Haushalt ist alles klar: Einige dieser Kleinwagen bin ich jetzt schon gefahren. Für 90 Prozent der Fahrten geht das ganz prima. Und wenn man wirklich mal eine längere Fahrt mit viel Gepäck macht, dann kann man mit dem Kompromiss leben.

In allen anderen Fällen darf man sich nichts vormachen: Die meisten Autos in der 10.000-Euro-Klasse sind nicht wirklich für mehrere Personen und / oder viel Gepäck ausgelegt, was ja auch nicht verwunderlich ist. Allerdings drängt sich der Eindruck auf, dass der Wunsch nach den „geschenkten“ 2.500 Euro Abwrackprämie eine vernünftige Kalkulation verdrängt.

Zieht man nämlich die 2.500 von der magischen 10.000-Euro-Grenze ab, so findet man für den Restbetrag bei einer Datenbanksuche eine stattliche Anzahl von Gebraucht-Fahrzeugen. Für 7.500 Euro bekommt man zum Beispiel einen noch jungen Renault Modus Diesel mit guten Verbrauchswerten. Oder andere umweltfreundliche Kompaktwagen, eben eine Klasse höher.

Wer zum Beispiel mal bei mobile.de mit den entsprechenden Einstellungen recherchiert oder bei www.startblue.de in der Kategorie Kompaktklasse / Diesel nachsieht, der findet einige Modelle, die umweltfreundlich sind und schon länger im Markt.

Sogar einen BMW 118d (119 g CO2) gibts gebraucht zum Beispiel auch schon für unter 10.000 Euro, so wie einige andere aus diesen Top-Listen. Die Lösung, seinen Alten zu verkaufen statt zu verschrotten und sich wieder einen Gebrauchten zu kaufen muss also weder finanziell noch ökologisch in jedem Fall die schlechtere Lösung sein.