Nun also die Franzosen: Gerade wir im Südwesten haben mit den französischen Nachbarn eher das sportliche Straßen-Radrennen verbunden, während Deutschland (vor allem in der Gegend um Freiburg) als Fahrrad-Metropole gelobt wurde, in der das Zweirad den öffentlichen Nahverkehr ideal ergänzt. Dann machte Paris von sich reden mit seinen Leih-Fahrrädern und nun scheint selbst die ungleich kleinere Stadt Strasbourg so mancher deutscher Stadt den Rang abzulaufen.

Grund dafür ist das System Velhop, das auch die Planer förmlich überrannt hat: Für 5 Euro am Tag kann man ein Rad ausleihen, muss allerdings 150 Euro Pfand hinterlegen. Für 20 Euro kann man einen ganzen Monat lang fremdradeln, für 30 Euro ein ganzes Quartal. Und für 80 Euro, das ist wohl das Verhängnis der Planer, kann man das unverwechselbare und damit recht diebstahlsichere Rad ein ganzes Jahr lang nutzen.

Anliegen der Planer war wohl die Elsässer zum Umstieg aufs Fahrrad zu verleiten und den Kauf des eigenen Drahtesels zu fördern. Nun haben die Straßburger wohl scharf gerechnet und festgestellt, dass die risikolose Form des Fahrrad-Leihens wesentlich billiger ist, als das eigene Rad. Und in großer Zahl verfügbar.

Die Folge ist, dass den Straßburgern die Räder ausgehen. Selbst die Wartung bei der Langzeitnutzung erfolgt alle drei Monate kostenlos, für normalen Verschleiss. Lediglich bei Schäden oder Diebstahl wird auf die Kaution zurückgegriffen.

Strasbourg Velhop - ein Erfolgsmodell

Strasbourg Velhop - ein Erfolgsmodell