Ab sofort zu haben: der eco up mit Erdgasantrieb. Bild Volkswagen.

Ab sofort zu haben: der eco up mit Erdgasantrieb. Bild Volkswagen.

Ab sofort soll er zu haben sein: der eco up! Mit einem Verbrauch von 2,9 kg Erdgas (CNG = Compressed Natural Gas) auf 100 Kilometern stößt der kleinste VW CO2-Emission von nur noch 79 g/km aus. Analog zum Verbrauch ergeben sich zudem besonders niedrige Kraftstoffkosten: Die skizzierten 100 Kilometer kosten mit dem als Zwei- und Viertürer lieferbaren eco up! in Deutschland knapp über 3 Euro; in Italien, dem größten Markt für Erdgasautos in Europa, sind es sogar unter 3 Euro. „Günstiger kann man derzeit kein anderes Allroundauto fahren”, so VW in seiner Pressemitteilung.

Als einen der größten Vorteile von Erdgasautos wie dem eco up! sieht man bei VW die Tatsache, dass sich diese Modelle nicht nur mit Erdgas, sondern auch mit alternativen Kraftstoffen wie zum Beispiel regenerativem Biomethan fahren lassen. Aus pflanzlichen Reststoffen gewonnen, stehe Biomethan nicht im Wettbewerb zu Nahrungsmitteln, wird dort betont; zudem sei es CO2-neutral, da nur die Menge an Kohlendioxid bei der Verbrennung abgegeben wird, die zuvor beim Wachstum der Pflanze aufgenommen wurde.

Zudem gilt: Neue Verfahren zur Herstellung von Biomethan – etwa die Gewinnung aus Stroh – sollen die Abhängigkeit von klassischem Erdgas weiter verringern. Allein in Deutschland, so eine Studie des Deutschen Biomasseforschungszentrums in Leipzig, blieben jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen Stroh ungenutzt. Mit dieser Biomasse könnten theoretisch vier Millionen Erdgasfahrzeuge betrieben werden. Eine erste Anlage zur Gewinnung von Biomethan aus Stroh ist seit Februar 2012 in Deutschland in Betrieb genommen worden.

Gas eröffne zudem die Chance, Strom aus regenerativen Quellen wie Windkraft zu speichern. Via Elektrolyse wird dabei Wasserstoff hergestellt, der zum Betrieb künftiger Brennstoffzellen-Fahrzeuge genutzt werden kann. Bis zum großflächigen Debüt dieser aufwendigen und teuren Antriebstechnologie lässt sich in einem zweiten Schritt der Prozesskette jedoch auch Methan herstellen, das wiederum als Kraftstoff für Automobile wie den neuen eco up! genutzt werden kann. Die Welt der Kraftstoffgewinnung und Antriebsverfahren steht damit vor einem Umbruch. Zudem können mit diesem synthetisch hergestellten Erdgas auch Gaskraftwerke zu einem beliebigen Zeitpunkt selbst große Mengen Strom herstellen. Somit kann Wind-Gas als „Akku“ für die Windkraft genutzt werden.

In Deutschland gibt es nach Angaben von VW derzeit rund 97.000 Erdgasfahrzeuge (Stand Mitte 2012); 2011 stieg der Bestand um 4,3 Prozent. Ein Blick nach Italien zeige indes, dass der Anteil unter optimalen Rahmenbedingungen deutlich gesteigert werden könne. Jenseits der Alpen konnte der Bestand an Erdgasfahrzeugen zwischen 2005 und 2011 von 382.000 auf 785.000 Autos verdoppelt werden. Hier werden Erdgasfahrzeuge mit Steuererleichterungen, Prämien beim Neuwagenkauf und Ausnahmeregelungen bei Verkehrsbeschränkungen gefördert. Darüber hinaus wird der Ausbau des Erdgastankstellennetzes subventioniert.

Dagegen sei das volle Potenzial in Deutschland noch nicht ausgeschöpft, wenngleich einige Erdgasversorger bereits Prämien von bis zu 1.250 Euro beim Kauf eines Neuwagen mit Erdgasantrieb bieten, der Kraftstoff selbst unter anderem aufgrund eines reduzierten Energiesteuersatzes weniger als Benzin und Diesel kostet und der Bestand an Erdgastankstellen auf 911 (Stand Oktober 2012) gestiegen ist. Vor diesem Hintergrund gehe die Kraftstoffstrategie der Bundesregierung davon aus, den Bestand an Erdgasfahrzeugen bis 2020 auf bis zu 4 Prozent zu erhöhen – das wären rund 1,4 Millionen Fahrzeuge. Gegenüber 2012 wäre das eine immense Steigerung; die Entwicklung in Italien zeigt allerdings, dass dies machbar ist.

Noch ein Thema: Die Dichte der Erdgastankstellen. Bild: Volkswagen

Noch ein Thema: Die Dichte der Erdgastankstellen. Bild: Volkswagen

Elektronik hilft: auch beim Tanken. Bild: Volkswagen.

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