VCD ist gegen generelle Helmpflicht auf E-Bikes

27. Januar 2012

Dass jetzt erstmals das Thema Elektrofahrräder (Pedelecs) auf der Tagesordnung des Deutschen Verkehrsgerichtstag stand nahm der ökologische Verkehrsclub VCD zum Anlass, auch auf die diskutierte Helmpflicht für E-Bike-Fahrer einzugehen.

Bei E-Rädern mit Motorunterstützung bis zu 25km/h (Pedelecs 25/P25) ist der VCD gegen die Einführung einer Helmpflicht, wie er in seiner jüngsten Pressemitteilung schreibt. „Wir sehen hier keinen rechtlichen Änderungsbedarf. Unfälle lassen sich durch einen Helm nicht vermeiden, lediglich die Unfallfolgen können im besten Fall gemindert werden. Wir müssen vorrangig die Unfallursachen beseitigen”, so Wasilis von Rauch, Fahrrad-experte beim VCD. Schnelle E-Räder mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45km/h sollten aus Sicht des VCD wiederum wie Leichtkrafträder behandelt werden.

Grundsätzlich begrüßt der VCD, das die E-Fahrräder in den Blickpunkt gerückt werden. Wichtigster Faktor für die Verkehrssicherheit aber bleibt, so die Position des VCD, die Schaffung der notwendigen Infrastruktur. An zweiter Stelle stehe die Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher. „Viel wichtiger” als die umstrittene Helmpflicht ist dem VCD demzufolge, dass die stark unterfinanzierte Radinfrastruktur in den Fokus der Sicherheitsdebatte gerückt wird. Als Vorbild sieht man hier Länder wie die Niederlande und Dänemark.

Mit der Ausweisung von Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit auf einem möglichst großen Teil des Straßennetzes wäre für mehr Sicherheit für alle Radfahrer gesorgt meint der VCD und spricht sich für gezielte Forschungen zu E-Rädern aus, um Sicherheitsfragen zu klären.

car2go kooperiert mit myTaxi

24. Januar 2012
Die myTaxi App - künftig für Taxis und car2go?

Die myTaxi App - künftig für Taxis und car2go?

Von Daimler kommen Meldungen, die hervorragend in meine neue Kategorie Verkehrssysteme passen: Das Daimler-Projekt car2go kooperiert mit myTaxi, einer App fürs Handy, die Taxisuche und -Bestellung erleichtern soll.

Als „strategische Partnerschaft für eine perfekt vernetzte urbane Mobilität” bezeichnet Daimler selbst die Unternehmensbeteiligung in einer Pressemitteilung. Im Tagesgeschäft der Medien, wo jeder Redakteur den neuen 911er testet (oder auch nur beschreibt) als sich mit Verkehrskonzepten zu beschäftigen, wird diese Meldung etwas untergehen, vermute ich. Dabei geht genau dieser Schritt in die richtige Richtung und ist die konsequente Fortsetzung des car2go-Konzeptes.

Car2go, um hier noch einmal dran zu erinnern, ist im Prinzip ein modernes, technisch aufgerüstetes und gut vernetztes Projekt im Bereich Auto teilen: Übers Smartphone findet man in beteiligten Großstädten (das sind noch sehr wenige) Standplätze von Smarts, die man gegen vergleichsweise geringe Gebühren nutzen und dann auch wieder stehen lassen kann: Über ein GPS-System werden die Autos gefunden und den nächsten Benutzern der Weg dorthin gewiesen.

Car2go, so haben Verkehrsexperten das beschrieben, ist die Notlösung eines pfiffigen Autoherstellers, der merkt, dass der nächsten Generation der Autobesitz nicht so viel bedeutet wie die Möglichkeit, irgendwo irgendein benutzen zu können. Das bedeutet auch, dass die künftigen Kundenpotenziale in den großen Städten wegschmelzen: Dort lässt sich leicht auf ein Auto verzichten, wenn ein gut ausgestattetes Nahverkehrssystem für den täglichen Weg zur Arbeit zur Verfügung steht.

Die blau-weißen car2go-Smarts (Foto: Daimler)

Die blau-weißen car2go-Smarts (Foto: Daimler)

Für den Rest der Wegstrecken tut es Carsharing oder eben ein Taxi.

Und da kommt auch die Kooperation mit myTaxi wieder ins Spiel. Daimler beschreibt das als „bahnbrechendes Geschäftsmodell zweier junger Unternehmen”. Einfacher ausgedrückt schließt man damit die Lücke zwischen Carsharing und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ziel der Partnerschaft sei auch die kundenfreundliche Integration von Taxi- und car2go-Angeboten in zukünftige, gemeinsame Smartphone Applikationen und das Mobilitätskonzept mit anderen Verkehrsangeboten zu vernetzen und weiterzuentwickeln. Eine gute Ergänzung ist das Taxi auch dann, wenn man nicht alleine unterwegs ist und mit einem Smart des Car2go-Projektes an räumliche Grenzen stößt.

Mittlerweile gibt es der Pressemitteilung zufolge weltweit über 60.000 registrierte car2go Kunden. In Deutschland allerdings gibt es derzeit nur die beiden Standort Ulm und Hamburg, Düsseldorf soll 2012 starten, für Stuttgart ist 2012 die Einrichtung einer Car2go-Flotte mit Elektro-Smarts geplant.

Als „faszinierend einfach” beschreibt es Daimler in seiner Pressemitteilung, mit dem Smartphone ein Taxi zu rufen. Sucht man im Apples iTunes nach der App, stößt man indes noch auf einige Kritiker, die sich wenig begeistert zeigen. Moniert wird, dass Taxifahrer, die bei diesem Projekt direkt ohne den Weg über eine Taxizentrale angefordert werden, überhaupt nicht reagieren. Oder dass die App die Kontakte das iPhones auslesen möchte.

Natürlich kann man sich in der Stuttgarter Konzernzentrale auch den Hinweis nicht verkneifen, das man sich in Taxigeschäft ebenfalls schon lange zuhause fühlt: „Mehr als 60 Prozent aller deutschen Taxis kommen aus dem Hause Daimler.” Kunden sollen künftig mit einer App sowohl Taxen als auch car2go Fahrzeuge finden und mieten können. Auch die Entwicklung eines gemeinsamen Bezahlsystems ist geplant.

Die meisten verkauften Autos in Großbritannien

18. Januar 2012

Die meist verkauften Autos in Großbritannien 2011

Die Briten sind mir ja sowieso schon sympathisch. Und die Hitliste der best verkauften Autos im Königreich schmälert diesen Respekt nicht, im Gegenteil. Ein Auszug? Ford Fiesta und Focus, dann Corsa, Golf und Astra auf den ersten fünf Plätzen. Auch die übrigen Platzierungen, die man hier nachlesen kann (Biggest selling cars in Britain in 2011) bei guardian.co.uk wirken alle wie vernünftige, umweltfreundliche Vehikel.

Haben die Briten weniger Geld für Autos übrig? Sind ihnen andere Dinge vielleicht gar wichtiger? Oder sind sie einfach sparsamer und umweltbewusster als beispielsweise wir Deutschen, wo Mercedes und BMW eine ganz große Rolle in dieser Toplist spielen? Who knows?

Transporte: Den letzten Kilometer umweltfreundlich bewältigen

16. Januar 2012

Cargounternehmen für die letzte Meile

Die Briten sprechen natürlich von „the last mile”. Gemeint ist damit eben das letzte Stücke des Transports von Waren zum Zielort. Auf dieser letzten Meile wird einem – pardon – die ganze Ökobilanz des Transports versaut: Stiunkende Dieselfahrzeuge im Großstadtverkehr, oft im Stau stehend, beim Parken und Ausliefern immer jemandem im Weg.

Das Unternehmen GnewtCargo hat sich darauf spezialisiert, diese letzte Meile umweltfreundlich zurückzulegen und macht das vorzugsweise mit Elektro-Transportfahrrädern. Das ist nun gerade im Winter keine verlockende Aussicht, da wünscht man auch dem Paketboten ein warmes, regensicheres Gehäuse. Aber Hochkonjunktur hat diese Art der Öko-Zustellung nun gerade in London, das nicht gerade als Schönwetter-Paradies bekannt ist.

GnewtCargo spricht selbstbewusst von einer zero-emission fleet. Und auf der Seite mit dem Carbon Calculator kann jeder nachrechnen, um wieviel umweltfreundlicher und CO2-ärmer die schnuckelig aussehenden Elektro-Rikschas sind. „Fueled by coffee” steht da schon mal auf der Werbefläche.

Die Website good.is hat in diesem Artikel gleich ein paar Anbieter solcher Services in Europa aufgezählt, kein Wunder, dass die umweltbewussten Autoren aus Amerika einigermaßen neidisch auf good old europe schauen. Als Pioniere wird dort übrigens neben den Briten auch das holländische Unternehmen Cargohopper in Utrecht aufgeführt. Dort setzt man freilich weniger auf die smarten Elektro-Dreiräder der Briten als vielmehr auf kleine Elektrozüge mit mehreren Anhängern, was zumindest der Kleinräumigkeit vieler europäischer Großstädte sicher nicht so gut gerecht wird.

Auf der Website lilligreen.de wird als weiteres Unternehmen in diesem Kreis die Pariser Firma La Petite Reine genannt. Dort wird auch aus Studie der Uni Westminster von 2010 zitiert, wonach die Co2-Belastung pro Paket durch den elektrischen Transport um 62 prozent reduziert werde, bei einer durchschnittlichen Streckenreduzierung durch diese Transportart von 54 Prozent. La Petite Reine (ist wohl ein französischer Spitzname fürs Fahrrad) ist in fünf französischen und einer schweizer Stadt tätig.

Grüner fahren – im weitesten Sinne

12. Januar 2012

Mehr Vielfalt für umweltfreundliche Mobilität

Dieses Blog „grüner fahren” entstand, als die sogenannte Abwrackprämie den deutschen Automarkt ankurbeln sollte und neue, modernere und umweltfreundlichere Autos die älteren Modelle von der Straße holen sollten. Wie wir alle wissen, ist das recht gut geglückt. Und auch die Unkenrufe, die deutsche Autoindustrie werde sich lange nicht von der Flaute erholen, die auf den subventionierten Kaufrausch folgen sollte, haben sich ja erledigt.

Im Fokus stehen seitdem günstige und umweltfreundliche Autos, meistens geht es hier – wie in einigen anderen Blogs – um Neuvorstellungen und / oder technische Neuerungen. Zu einem umweltfreundlichen Verkehrsverhalten gehören aber auch andere Themen und Fortbewegungsmittel, die ich ab sofort auch hier mehr in den Blickpunkt rücken möchte.

Nach meiner Vorstellung wird die Zukunft unserer Mobilität nicht geprägt von einem Typus wie dem Hybrid- oder Elektroauto. Durchsetzen wird sich meiner Ansicht nach vielmehr ein komplexeres Verkehrsverhalten. Ein Auto muss man nicht mehr selbst besitzen, damit bekommt man auch den Kopf frei, um andere Verkehrsmittel so zu nutzen, wie es den meisten Sinn macht. Zumindest in den Städten ist die Wahlfreiheit schon heute enorm. Auf dem flachen Land müssen Verkehrsmodelle abseits des traditionellen Pkw erst noch entwickelt werden.

Meine Favoriten für die Zukunft bekommen deswegen hier künftig jeweils eine eigene Kategorie, zusätzlich zu den bisherigen Schwerpunkten:

1. Umsteigen aufs Rad – die Sofortlösung

So banal es klingt, das Fahrrad ist in meinen Augen nicht nur das umweltfreundlichste und effektivste Verkehrsmittel, sondern auch dasjenige, dem ich die meisten Zuwachsraten und Folgewirkungen zutraue. Über Elektro-Autos wird noch lange diskutiert werden, technische Neuerungen bei Verbrennungsmotoren werden zwar angekündigt und vorgestellt. Aber Einsparungen werden oftmals rasch wieder durch Gewichtszunahme oder andere Faktoren ausgeglichen.

Die Kollegen in den Motor-Redaktionen, die noch Fahrzeuge selbst testen, berichten auch immer öfter, dass viele Verbrauchszahlen schöngerechnet sind und sich im Alltag kaum erreichen lassen. Das Fahrrad hat nicht nur in China das Zeug zum Massenverkehrsmittel. Gerade in Städten, in denen Hybridmodelle ihre Stärken ausspielen und Carsharing-Modelle wachsen, ist das ein wichtiges Element zu einer besseren Mobilität.

2. Clever kombiniert: Bahn & Co.

Zugegeben, das Öffentliche Verkehrsmittel, also Bahn & Co. lässt sich schwer in allgemeiner Form darstellen. Zu unterschiedlich sind die Konzepte: Überregional spielt derzeit nur die Bahn eine Rolle, in den Ballungszentren gibt es clevere Verbundlösungen, die man teilweise schon gut mit anderen Verkehrsmitteln kombinieren kann. In der Provinz werden gute und bezahlbare Lösungen schon seltener. Aber wo es beispielhafte, gute Lösungen gibt, da will ich das aufgreifen.

3. Netzwerke & Modelle: für jeden Zweck die richtige Mobilität

Wir brauchen in der intelligente neue Verkehrsmodelle. Car2go zum Beispiel hat vor einiger Zeit auf sich aufmerksam gemacht und ist nicht nur auf großes Interesse und Akzeptanz gestoßen. Auch Auto-Verleihsysteme abseits der Mitfahrgelegenheit und das klassischen Carsharing sprießen zwar noch zögerlich, aber unaufhaltsam. Bei den großen Projekten ist das Interesse der Autohersteller sichtbar, die einen Fuß in der Tür haben wollen, wenn in künftigen Generationen der Besitz eines eigenen Autos nicht mehr im Vordergrund steht. Bei anderen, wie den Plattformen für den privaten Autotausch, scheint mir eher die Freude am Ausprobieren neuer Netzwerktechniken im Vordergrund zu stehen.

Das alles unter einen Hut zu bekommen und systemübergreifend nutzen zu können, scheint mir eine der interessantesten Herausforderungen der Zukunft. Dass ich ein Auto übers Smartphone finden, reservieren und bezahlen kann – das sollte heute Alltag sein, ist es aber nur in einigen Modellregionen. Aber dass ich von A nach B komme, ohne stundenlang am Computer zu planen oder Unsummen zu zahlen oder irgendwann festsitze, das wird wohl noch ein Weilchen länger dauern und neue, weitreichendere Modelle erfordern.

Diese drei Bereiche werden sich nicht nur an der Alltagstauglichkeit in den großen Städten messen lassen müssen: Ich lebe schließlich auch in der Provinz, wo die „kritische Masse” für wirtschaftliche Lösungen eher schwer erreicht wird.

Alles in allem also soll es hier auf gruener-fahren.de künftig etwas bunter werden.

Dacia Lodgy: Familienvan zum Sparpreis?

10. Januar 2012

Der Dacia Lodgy  (Bild: Dacia)

In diesem Jahr soll der von der rumänischen Renault-Tochter Dacia neu entwickelte Dacia Lodgy auf den Markt kommen. Der erste Familienvan in dieser vierten Dacia Modellreihe ist kaum angekündigt, da spekuliert die Motopresse schon über eine Billigvariante oder Billigkonkurrenz zu den deutschen Familienkutschen.

Dacia lobt in seiner Pressemitteilung, dass auf 4,5 Meter Länge „hohe Funktionalität mit dem markentypisch exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis” kombiniert werde, was in der Tat auf einen recht günstigen Einstiegspreis der 5- und 7-Sitzer schließen lässt. Die Premiere wird auf dem Genfer Autosalon vom 8. bis 18. März 2012 stattfinden.

Als Zielgruppe ins Visier genommen hat man Familien, die ein vielseitiges und geräumiges Fahrzeug zu einem moderaten Preis suchen oder – man bei Dacia selbst formuliert: die „typische Gebraucht­wagenkäufer, die zum ersten Mal einen Neuwagen erwerben”. Der Lodgy ermögliche immerhin „den Umstieg auf ein modernes Neufahrzeug mit zeitgemäßer Wirtschaftlichkeit und einer Dreijahres-Garantie, die zusätz­liche Sicherheit vor unkalkulier­baren Folgekosten gibt”.

Nachdem Opel mit dem neuen Zafira auch gleich ein neues Preisniveau anpeilt und auch VW den Touran im eher gehobenen Segment anbietet, hat der neue mit dem niedlichen Namen sicher gute Chancen, gerade bei der Zielgruppe der jungen Familien. Da aber diese immer mehr auch Ökologie und geringe Verbrauchskosten im Blick haben, wird es mit Geräumigkeit und einem niedrigen Einstiegspreis alleine nicht getan sein.

Der Preis ist noch nicht bekannt, auch zu Motorisierung und Verbrauch gibt es keine Angaben.

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